Lätzsch, Bernhard Ernst


Biografische Daten:

Name:Lätzsch, Bernhard Ernst
Geboren:30.11.1901 in Mainz
Berufe:Schlosser, Maschinenschlosser
Wohnorte:Dresden-Altstadt, Roonstr. 11;
zuletzt (bei Verhaftung 1941) Dresden-Plauen, Tharandter Str. 7 III
Bahnbeginn:nicht bekannt
Gewerkschaft:DMV, dann DEV / EdED; zuletzt RGO
Funktion:keine bekannt
Partei:seit 1932 KPD
Funktionen:Mitglied der Roten Hilfe und des Rotfrontkämpferbundes
Widerstand:Ernst Lätzsch engagierte sich zunächst 1933/34 zusammen mit seiner Frau in der Widerstandsgruppe „Schulze-Stein-Hensel“, einer illegalen KPD-Zelle in Dresden-Plauen: Beitragszahlung für die illegale KPD, Erwerb verbotener Druckschriften und Beteiligung an Geldsammlungen für die ebenso verbotene Rote Hilfe; später gemeinschaftliche Abhören aus dem Ausland ausgestrahlter „Hetzsendungen“ (Sender London und Radio Moskau) und Weitergabe der Informationen/Nachrichten; das Ehepaar ermöglichte auch anderen, das Abhören ausländische Sender in ihrer Wohnung
Verfolgung:bereits 1934 im Rahmen der Zerschlagung der illegalen Dresdner KPD-Strukturen erstmals verhaftet, unter anderem Haft im KZ Hohnstein; ab 25. Juni 1934 Untersuchungshaft im Dresdener Polizeigefängnis; am 28. November 1934 Anklage vor dem Sondergericht Sachsen, 1935 Urteil wegen“ Zuwiderhandlung gegen das Verbot kommunistischer Druckschriften“ durch das Sondergericht Freiberg: acht Monate Gefängnis
zweite Festnahme am 23. Juni 1941 gemeinsam mit seiner Frau Dora Lätzsch, Untersuchungshaft ab September, am 21. Mai 1942 im Verfahren gegen „Thiele u. a.“, in dem mit Bruno Siegel ein weiterer ehemaliger Eisenbahngewerkschafter angeklagt war, durch den 3. Strafsenat des Oberlandesgerichtes Dresden verurteilt: Ernst Lätzsch zu neun Jahren Zuchthaus und gleichlangem Ehrverlust (höchste Strafe des Verfahrens), Dora Lätzsch anderthalb Jahre Zuchthaus und zwei Jahre Ehrverlust; beide zunächst Zuchthaus Waldheim; Dora Lätzsch nach Verbüßung der ihr auferlegten Strafe entlassen; Ernst ins österreichische Konzentrationslager Mauthausen deportiert
Gestorben:Ernst Lätzsch verstarb am 2. März 1945 unter nicht weiter bekannten Umständen im KZ Mauthausen, Außenlager Melk.
weitere Infos:seit 29.9.1928 verheiratet mit Hedwig Dora Olga Lätzsch, geb. Mende, geb. 30.8.1902 in Dresden, Aufwärterin und Süßwarenarbeiterin; keine Kinder

Gedenken:

Ernst Lätzsch wurde in das Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager aufgenommen. Außerdem ist sein Name im dortigen Gedenkort, dem Raum der Namen, verewigt.

Quellen:

  • Widerstandskartei im Bundesarchiv
  • BArch, R 3018/9344, Nationalsozialistische Justiz, Bd. 2, 3 und 5
  • StAL, 20036 ZH Waldheim, Nr. 4589 (alt 6722), Personalakte Dora Lätzsch, geb. Mende
  • BArch, DY 55/V 287/432, Sammlung VVN, Anklageschrift gegen Ernst Grätz u. a.
  • Raum der Namen. Die Toten des KZ Mauthausen