Lammel, Ludwig


Biografische Daten:

Name:Lammel, Ludwig
Geboren:16. August 1888 in Pentling (Niederbayern)
Berufe:Schmiedegeselle, Schlosser
Wohnort:Regensburg, Kumpfmühlerstr. 24a/I (1940)
Bahnbeginn:16.12.1918
Gewerkschaft:seit 1919 Mitglied DEV / EdED
Funktionen:1931-1933 2. Vorsitzender EdED-Ortsgruppe Regensburg (Vertreter von Hans Herget)
Delegierter der Ortsgruppen Regensburg, Schwandorf, Amberg und Weiden auf einer internationalen Gewerkschaftstagung in Hamburg
Partei:SPD ab 1923/24; NSDAP ab 1.5.1935, Mitglied-Nr. 3640238), Ortsgruppe Regensburg
Funktion:Vorstandsmitglied SPD Ortsgruppe Kumpfmühl bis 1933
Widerstand:mit Hans Jahn persönlich bekannt, verdächtigt, sich für den illegalen EdED betätigt zu haben, obwohl er 1935 NSDAP-Mitglied geworden war; gehörte Anfang/Mitte der 1930er-Jahre zum Vorstand der „Allgemeinen Krankengeldzuschuß- und Sterbekasse V. V. a. G.“, in der sich verschiedene ehemalige EdED-Funktionäre gegen den Nationalsozialismus engagierten; Mitte der 1930er Jahre durch die Gestapo so eingeschätzt, dass er gemeinsam mit Karl Blaß, Johann Schramm, Heinrich Forstmeier und Hermann Schindler „die Kasse nicht im Sinne des nationalsozialistischen Staates“ führen würde (LAB, B Rep. 025-01, Nr. 3325/50, Bl. 68, Schreiben der Preußischen Gestapo, 22. 9. 1936)
Verfolgung:am 14. März 1933 auf seiner Arbeitsstelle, dem BW Regensburg, festgenommen, „Schutzhaft“ bis 1. Mai 1933
am 30. September 1933 durch die Reichsbahnverwaltung entlassen; am 17. August 1936 auf sein Gesuch hin erneut eingestellt
am 30. Juli 1940 aufgrund des Auffindens belastender Unterlagen aus dem Jahn-Umfel festgenommen und in Regensburg von der Gestapo verhört
Gestorben:Ludwig Lammel starb am 27. Dezember 1942 in Regensburg an den Haftfolgen.
weitere Infos:Vater Franz Lammel, Landwirt; Mutter Anna, geb. Massinger; hatte 20 Geschwister, von denen sieben jedoch bereits kurz nach der Geburt starben; seit 25. Januar 1919 mit Therese, geb. Körner verheiratet, 4 eheliche Kinder (1940: 13-21 Jahre alt), 1 uneheliches Kind (11); 7 Jahre Besuch der Volksschule, 3,5 Jahre Volksfortbildungsschule wegen Schmiedelehre; nach erfolgreicher Lehre Arbeit in vielen verschiedenen Schmiedereien; ab Frühjahr 1910 Wanderschaft u. a. durch Rheinpfalz, nach St. Gallen (Schweiz) und Zürich (Schweiz); nahm am 1. Weltkrieg teil (12.1916-29.11.1918 Armierungsbataillon 13 Bayreuth, 21. Res. Inf. Reg. Fürth, 11. Inf. Reg. Regensburg), entlassen als Infanterist

Quellen:

  • BArch, R 3018/2229, Nationalsozialistische Justiz, Bd. 1, Bl. 161-166
  • Widerstandskartei im Bundesarchiv
  • LAB, B Rep. 025-01, Nr. 3325/50