Schulz, Walter


Biografische Daten:

Name:Schulz, Walter
Geboren:nicht bekannt
Berufe:Eisenbahnarbeiter, Dreher, Ladenbesitzer
Wohnort:Königsberg
Bahnbeginn:nicht bekannt
Gewerkschaft:DEV / EdED, RGO
Funktionen:seit 1904 gewerkschaftlich organisiert
zählte bereits zu Zeiten des Ersten Weltkriegs zu den Mitgliedern des Königsberger DEV, den er 1920 als delegierter Teilnehmer am Reichskongress der Betriebsräte 1920 vertrat
1922 Delegierter des Bezirkes Königsberg (OG Königsberg) zur Generalversammlung des DEV
trat von 1922 bis 1928 zu den Hauptbetriebsratswahlen (HBR) bei der Reichsbahn jeweils als Kandidat für den Bereich der Betriebsarbeiter auf der Liste des DEV/EdED an und wurde zum Mitglied des HBR gewählt
Anfang des Jahres 1929 aus dem EdED ausgeschlossen, dann führendes Mitglied im Revolutionären Eisenbahnerverband Ostpreußens
Teilnehmer an der Sitzung der Reichsfraktionsleitung der kommunistischen Eisenbahner in Berlin am 23. Januar 1927, erklärte sich dort auch zu umfassender Berichterstattung über die Themen im HBR bereit
nahm höchstwahrscheinlich im April 1928 als Delegierter an der „Internationalen Konferenz der Transportarbeiter“ in Moskau teil (im Protokoll taucht ein „Walter“ aus Deutschland auf)
Partei:KPD
Funktion:keine bekannt
Widerstand:Walter Schulz übernahm im Laufe der 1930er Jahre einen Zigarrenladen in der Königsberger Walsche Gasse, der sich im Lauf der NS-Zeit zu einem Widerstandszentrum ehemaliger Gewerkschaftsfunktionäre entwickelte. Gemeinsam mit seinem alten Genossen und Kollegen bei der Eisenbahn Willy Neumann gelang es ihm nicht nur, einen Kreis aufzubauen, der sich regelmäßig zu politischen Diskussionen traf, dabei Geldsammlungen veranstaltete und den Moskauer Sender abhörte, sondern darüber hinaus auch eine Verbindung ins Königsberger RAW aufrecht zu erhalten.
Darüber hinaus verfügte die Gruppe um Schulz und Neumann zeitweise über einen Kontakt zur illegalen Bezirksleitung der KPD sowie über Verbindungen zu verschiedenen anderen Widerstandsgruppen, darunter auch zum Widerstandskreis ehemaliger Metallgewerkschafter des DMV um Anastasius Grunwald, was insofern eine große Besonderheit ist, dass es sich hierbei um eine sozialdemokratische Widerstandsgruppe handelte.
Unterschiedlichen Aussagen zufolge wurden im Umfeld von Schulze-Neumann außerdem illegale Druckschriften und Flugblätter verteilt, gegebenenfalls sogar hergestellt, zum Teil auch für die gezielte Zersetzung der Wehrkraft verwandt. Letztendlich gibt es Hinweise darauf, dass sie über den ehemaligen EdED-Funktionär Max Hanf eine Zusammenarbeit mit den alten Kadern des EdED realisierten.
Verfolgung:nichts bekannt
Gestorben:Verschiedenen Berichten zufolge fielen Walter Schulz und sein Tabakladen den heftigen Kämpfen zum Opfer, die im November und Dezember 1944 um die Stadt Königsberg tobten.

Quellen:

  • Eberhard Podzuweit, Widerstand von kommunistischen Eisenbahngewerkschaftern in Mittel- und Ostdeutschland (unveröffentlichtes Skript, weitere Quellen dort)