Stolpersteine von Irma und Heinz Kuttner

Kuttner, Heinz und Ehefrau Irma


Biografische Daten:

Stolpersteine der Eheleute Kuttner
Name:Kuttner, Heinz und Ehefrau Irma
Geboren:26. Januar 1906 und 25. Mai 1912
Beruf:Oberbauarbeiter
Wohnort:zuletzt: Berlin Schöneberg, Speyerer Str. 23 (heute: Penzberger Straße 4, Bayrisches Viertel)
Bahnbeginn:nicht bekannt
Gewerkschaft:nicht bekannt
Funktion:keine bekannt
Partei:nicht bekannt
Funktion:keine bekannt
Widerstand:nichts bekannt
Verfolgung:auf Grund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt und schikaniert; am 24. April 1942 festgenommen und wenig später ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert
Gestorben:Heinz und Irma Kuttner wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft in Auschwitz in den Gaskammern des Vernichtungslagers ermordet.

Gedenken:

Vor dem einstigen Wohnort der Kuttners, in der heutigen Penzberger Straße 4 (vormals Speyerer Straße 23), wurden auf Initiative der Berliner EVG Berlin zwei Stolpersteine als Erinnerung an das jüdische Ehepaar verlegt.

Biographie:

Heinz Kuttner und seine Frau Irma waren keine Widerstandskämpfer, wurden aber wegen ihrer jüdischen Abstammung verfolgt. Bis zu ihrer Deportation im April 1942 lebten sie Dank der solidarischen Hilfe des Reichsbahn-Inspektor Fritz Wolzenburg, der einen Bautrupp der Reichsbahn in Berlin führte, versteckt. Schließlich wurden die Kuttners jedoch am 24. August 1942 gemeinsam in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert.

Fritz Wolzenburg überlebte die Nazizeit, auch weil Kollegen sich ihm gegenüber solidarisch verhielten, wenngleich sie ihn als „Judenfreund“ belächelten. Trotzdem denunzierten sie ihren Kollegen nicht – wenngleich ihnen dessen Verhalten gegenüber den jüdischen Mitbürgern bekannt war. Wolzenburg ist zu dem Personenkreis der „stillen Helden“ zu zählen, der nach dem Ende des Naziregimes wenig Aufhebens um seine Person und sein solidarisches Handeln machte.

Recherchen in den Berliner Adressbüchern von 1939-1942, in den sogenannten Vermögensakten der Nazis und im Katasteramt Berlin-Schöneberg ergaben über das Ehepaar Kuttner folgende Erkenntnisse:
Aus den Vermögensakten, die die Juden vor ihrer Deportation für die Nazi-Finanzbehörden anfertigen mussten, geht hervor, dass die Kuttners kein bemerkenswertes Vermögen besaßen.

Der letzte bekannte Wohnort war die Speyerer Str. 23 in W 30, Berlin-Schöneberg. Damit wohnten Irma und Heinz Kuttner zuletzt an einer Stelle in der Speyerer Straße, den es heute nicht mehr gibt. Durch Bombardierungen während des Krieges, aber auch aus späteren städtebaulichen Planungen wurde das gesamte Wohngebiet nördlich vom Bayrischen Platz umgewidmet und symmetrischer aufgebaut. Dadurch verschwand der betroffene Teil der Speyerer Straße. Anhand der Unterlagen des Katasteramtes in Schöneberg konnte jedoch verlässlich ermittelt werden, dass das Haus, welches sich heute an der Penzberger Str. 4 befindet, als einstiger Standort des Hauses in der Speyerer Str. 23 gelten kann.

Quellen:

  • „Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945“, Bundesarchiv 2007
  • Katasteramt Berlin Schöneberg
  • Alfred Gottwaldt: „Eisenbahner gegen Hitler“ S. 286
  • Berliner Adressbuch 1941
  • Bildquelle/Fotografin: Christine Kühnel Sager