Schemmel, Emil


Biografische Daten:

Name:Schemmel, Karl Emil
Geboren:21. Januar 1887 in Schadewitz, Kreis Luckau
Berufe:Landwirt, Land- und Gartenarbeiter; Gastwirtsgehilfe; Eisenbahner, Eisenbahnschaffner (ab 1920 verbeamtet), Reichsbahnamtmann; Bauarbeiter, zuletzt Bauschreiber
Wohnort:Heidenau (Kreis Pirna), Mühlenstr. 19
Bahnbeginn:1907
Gewerkschaft:DEV / EdED
Funktionen:seit 1907 organisiert
nach eigenen Angaben „Hauptfunktionär der Eisenbahner von Heidenau in Gewerkschaft und Personalvertretung bis 1933“
Partei:KPD
Funktionen:1918 bereits beitritt Spartakusbund, von dort zur KPD
Kassenrevisor, übernahm „organisatorische Arbeiten“
Stadtverordneter (1927-1933) in Heidenau, höchstwahrscheinlich auch Mitglied der Dresdener Unterbezirksleitung
Mitglied und Kassierer der Heidenauer Ortsgruppe der „Internationalen Arbeiterhilfe“
Mitglied des Rotfrontkämpferbundes (RFB) und der „Roten Hilfe“
Widerstand:Auslandsverbindung mit Emigranten, Verbreitung propagandistischen Materials gegen den Faschismus, Unterstützung für Rot-Spanien und der politischen Häftlinge; Mitglied der illegalen RGO/KPD-Bezirksleitung Dresden
Verfolgung:erste Verhaftung am 2. März 1933, zunächst Polizeipräsidium Dresden, dann U-Haftgefängnis Münchner Platz und KZ Königstein-Halbestadt; dort schwere Misshandlungen, Entlassung am 8. Mai und erneute Festnahme am 5. Juli, KZ Hohnstein, Entlassung 21. Dezember 1933
1939 nach „Verrat von Gestapo-Spitzel Petzold“ festgenommen, in U-Haft seit 28. April 1939; Urteil durch „Volksgerichtshof“ in Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ vom 22. Juni 1940 nach Verhandlung vom 19. bis 21. Juni: 4,5 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust; Inhaftierung im Zuchthaus Waldheim: Zugangsnummer Nr. 966, Belegschaft 6; Entlassung am 22. Juli 1943 nach Polizeigefängnis Dresden, Gestapoleitstelle; während Haft als Feuer- und Reinigungsmann beschäftigt; am 8. November 1943 aus Leipzig ins KZ Sachsenhausen verschleppt, dort als „Schutzhäftling“ Nr. 72881 registriert und in den Block 3a gesteckt; Einsatz als Zwangsarbeiter im Arbeitslager Heinkel; 21. April 1945 Todesmarsch, dort in Grabow (Mecklenburg Vorpommern) befreit
Gestorben:Emil Schemmel starb am 1. November 1945 an den Folgen seiner langen KZ-Haft in seiner Heimatstadt Heidenau.
Weitere Infos:Eltern Robert Schemmel, Gutsbesitzer und Karoline Pauline Schemmel, geb. Manig; drei Geschwister; seit 15. März 1910 verheiratet mit Ida Liddy Schemmel, geb. Huhle (15.2.1889 in Mügeln (Kreis Pirna), verst. 4.5.1954); vier Kinder (Helmut, Charlotte, Irma und eine unbekannte früh gestorbene Tochter); 8 Jahre Volksschule in Schadewitz und Elsterwerda; Ausbildung zum Landwirt; sein Sohn beteiligte sich ebenfalls an illegalen Aktivitäten; Emil Schemmel kehrte am 12. Juni 1945 in die Heimat zurück; Beteiligung Wiederaufbau, Vorsitz KPD-OG Heidenau sowie „verantwortliche Funktionen bei der Reichsbahn, Direktion Dresden und wirkte dort mit bei der Bereinigung und Entnazifizierung des Verwaltungsapparates der Eisenbahn“

Quellen:

  • Eberhard Podzuweit, Widerstand von kommunistischen Eisenbahngewerkschaftern in Mittel- und Ostdeutschland (unveröffentlichtes Skript, weitere Quellen dort)
  • Widerstandskartei im Bundesarchiv
  • Sächsisches Staatsarchiv Dresden, 11430 BT/RdB Dresden, VdN 8273, VdN-Akte Karl Schemmel
  • Archiv der Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen, D 1 A/1025, Bl. 005 RS und D 40 A/1739, Bl. 242 und D 1 B/I A/1, Bl. 68 sowie D 2 C, Zentrale Häftlingskartei