Sasse, Hans


Biografische Daten:

Name:Sasse, Hans
Geboren:in Barmbeck
Beruf:Reichsbahnbeamter, Hilfsbetriebsassistent
Wohnort:zuletzt: Wilhelmsburg (bei Hamburg)
Bahnbeginn:nicht bekannt
Gewerkschaft:GdE, ab 1926 EdED
Funktionen:Vorsitzender des Beamtenrates in der Bahnmeisterei Wilhelmsburg-Nord
Mitglied der EdED-Ortsgruppe Groß-Hamburg
Partei:SPD
Funktion:keine bekannt
Widerstand:nichts bekannt
Verfolgung:siehe Gestorben
Gestorben:Hans Sasse wurde am 1. Februar 1933 auf seiner Dienststelle, der Bahnmeisterei Wilhelmsburg-Nord, vom Hilfsbetriebsassistenten und NSDAP-Mitglied Alex Ast, der auf derselben Dienststelle in der Bahnmeisterei Wilhelmsburg arbeitete, erschossen.
Weitere Hinweise:zum Mordzeitpunkt seit 14 Jahren in der Dienststelle beschäftigt; hinterließ eine Frau und ein schulpflichtiges Kind; Beerdigung fand unter zahlreicher Beteiligung am 4. Februar 1933 statt; verheiratet mit Maria Sasse, die nach dem Tod ihres Mannes in bescheidenen Verhältnissen lebte; nach 1945 bewilligte man ihr als Opfer des NS-Regimes zunächst eine Rente von 110 RM; das Niedersächsische Entschädigungsamt stellte die Zahlung jedoch bald wieder ein, da es als nicht erwiesen ansah, dass der Mord an Sasse einen politischen Hintergrund hatte; 1954 musste das Lüneburger Landgericht über die Rechtmäßigkeit einer NS-Opferrente entscheiden. Das Gericht kam zwar zu der Überzeugung, dass Sasse und seine Angehörigen Verfolgte des NS-Regimes seien, der Mörder Alex Ast jedoch zur Zeit der Tat geisteskrank gewesen sei, weshalb auch kein geplanter politischer Mord vorliegen würde; Alex Ast verbrachte in der Tat einige Zeit in Nervenheilanstalten und lebte nach Kriegsende in der SBZ/DDR.

Quellen:

  • Siegfried Mielke / Stefan Heinz: „Eisenbahngewerkschafter im NS-Staat. Verfolgung, Widerstand, Emigration 1933-1945“