Gansau, Gustav


Biografische Daten:

Name:Gansau, Gustav Franz
Geboren:7. Dezember 1883 in Lindenheim (Ostpreußen) (heute: Lipowo (Kruklanki) oder Lipniak (Rozogi), beides in Polen)
Berufe:Landwirt, Bergarbeiter, Schaffner bei der Reichsbahn, Bauarbeiter, Parteifunktionär, Hilfsdreher
Wohnorte:Lindenheim (Ostpreußen)
Ruhrgebiet
Berlin-Weißensee, Greifswalder Str. 161 (1933)
Berlin Weißensee, Wigandstaler Straße 41 (1945)
Bahnbeginn:1918
Gewerkschaft:DEV, Baugewerksbund, RGO
Funktion:stellv. Bezirksleiter im Baugewerksbund Berlin
Partei:SPD (seit 1912), USPD (1919), KPD (1921)
Funktionen:Mitglied der erweiterten Bezirksleitung Weißensee, ab 1928 Pol.-Leiter
Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Berlin
evtl. Mitglied der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Lausitz der KPD
Agit.-Prop. und Org.-Leiter in den Unterbezirken Berlin Prenzlauer Berg und Weißensee
Mitglied im proletarischen Freidenkerverband und der „Roten Hilfe“
Widerstand:soll sich an der Betreuung illegaler Genossen beteiligt und geholfen haben, diese u. a. mit Lebensmitteln zu versorgen; war höchstwahrscheinlich am Schmuggel von Informationen über die Lagerzustände aus dem KZ Sonnenburg und somit auch an der Aufklärung darüber beteiligt
Verfolgung:erste Festnahme am 28. Februar 1933 in seiner Wohnung, Haft in Spandau; von Mitte April bis Anfang Dezember 1933 ins KZ Sonnenburg gesperrt
im Rahmen der „Aktion Gewitter“ Verschleppung ins KZ Sachsenhausen, bis zur Befreiung durch die alliierten Truppen im Nebenlager Falkensee; Einsatz im RAW Grunewald als Zwangsarbeiter
Gestorben:Gustav Gansau starb am 20. Januar 1946 in Berlin an den gesundheitlichen Folgen seiner KZ-Haft.
weitere Infos:Eltern Friedrich Gansau und Karoline Gansau, geb. Morewski, beides Landwirte; Volksschule; Wehrdienst 1904-1906; im Ersten Weltkrieg Soldat in der Nähe von Straßburg (1914 bis Besetzung Elsass-Lothringen 1918); Träger des Eisernen Kreuzes II; arbeitete 1931 bis 1933 für die Sowjetische Handelsvertretung, die auch in geheimdienstliche Aktivitäten verwickelt war; seit 1909 verheiratet mit der Krawattennäherin Louise Gansau, geb. Wollner (17.3.1870-15.10.1959), 1 Sohn (Bruno Gansau, geb. 1909)

Quellen:

  • Markus Baumgartner, Gustav Gansau (1883-1946), in: Siegfried Mielke/Stefan Heinz (Hrsg.), unter Mitarbeit von Julia Pietsch, Gewerkschafter in den KZ Oranienburg und Sachsenhausen, Bd. 4, S. 436-440
  • Widerstand in Berlin, 2. erg. und bearb. Aufl., Bd. 2, S. 333