Feuerer, Josef


Biografische Daten:

Name:Feuerer, Josef
Geboren:9. Januar 1911 in Regensburg
Beruf:ab 1930 (in einer Hotelfachschule ausgebildeter) Wagenkellner der „Mitropa“
Wohnort:München, Steinstraße 3 / III (1936)
Bahnbeginn:nicht bekannt
Gewerkschaft:nicht bekannt
Funktion:keine bekannt
Partei:SPD
Funktion:Sympathisant, gegebenenfalls auch Mitglied im „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“
Widerstand:Mitglied der Widerstands-Gruppe „Rote Rebellen“, in das Verteiler-Netz der Sopade (Exil-Vorstand der SPD in Prag) eingebunden; besorgte regelmäßig ausländische Zeitungen für die Widerstandsarbeit, lieferte Informationen über die im Nazireich herrschende Stimmung an die Sopade und schmuggelte heimlich angefertigte Fotographien aus dem KZ Dachau aus dem Deutschen Reich
Verfolgung:28. April 1935 Festnahme, am 22. Dezember 1936 angeklagt, ab Mai 1934 insbesondere in Basel und Eger „hochverräterische Unternehmungen“ im Zusammenhang mit dem illegalen Zusammenhalt der SPD getätigt zu haben, um so die Massen im Sinne der verbotenen Partei zu beeinflussen; im März 1937 nach Berlin-Moabit überstellt und am 24. März 1937 durch den „Volksgerichtshof“ zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt; anschließend ab 24. Mai 1938 in „Schutzhaft“; vom 22. Juni 1938 bis 27. September 1939 ins KZ Dachau, Häftlingsnummer 16570; anschließend ins KZ Mauthausen verschleppt
Gestorben:Josef Feuerer soll am 14. Januar 1942 angeblich im Krankenhaus in Gusen (Österreich) an einer Lungenerkrankung verstorben sein. Anderen Angaben zufolge wurde Feuerer im KZ Mauthausen ermordet. Die veränderte Angabe der Todesursache diente lediglich der Verschleierung dieses Umstandes.

Biographie:

Josef Feuerer war Mitglied der Widerstandsgruppe „Rote Rebellen“, die überwiegend im Münchner Raum agierte und in das Verteiler-Netz der Sopade (Exil-Vorstand der SPD in Prag) eingebunden war. Einer ihrer führenden Köpfe war Franz Faltner. Ein großer Teil der Gruppe zählte zu den Arbeitern des Reichsbahnausbesserungswerkes Neuaubing, die vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten dem „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ und verschiedenen Arbeitersportvereinen angehörten.

Feuerer besorgte durch seine Reisetätigkeit, die auch regelmäßig ins Ausland führte, ausländische Zeitungen für die Widerstandsarbeit. Außerdem lieferte er an die Sopade Informationen über die im Nazireich herrschende Stimmung und schmuggelte heimlich angefertigte Fotographien aus dem KZ Dachau aus dem Deutschen Reich. Seine Widerstandsarbeit wurde ihm wesentlich dadurch erleichtert, dass er als Eisenbahner im grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt war.

Bereits frühzeitig gelang es den NS-Schergen, einen Spitzel in die Widerstandsgruppe „Rote Rebellen“ einzuschleusen. Nachdem es über diesen gelungen war, genügend Material zusammenzutragen, ließ die Gestapo die Gruppe um Franz Faltner 1935 auffliegen. Josef Feuerer wurde am 22. Dezember 1936 im dazugehörigen Verfahren angeklagt, ab Mai 1934 insbesondere in Basel und Eger „hochverräterische Unternehmungen“ im Zusammenhang mit dem illegalen Zusammenhalt der SPD getätigt zu haben, um so die Massen im Sinne der verbotenen Partei zu beeinflussen. Außerdem wurde den „Roten Rebellen“ als Gruppe vorgeworfen, einen Sprengstoffanschlag auf den Münchener Hauptbahnhof vorbereitet zu haben.

Im März 1937 überstellten die NS-Organe Josef Feuerer nach Berlin-Moabit, der „Volksgerichtshof“ verurteilte ihn am 24. März 1937 zu einer Zuchthausstrafe in Höhe von drei Jahren. Nach Verbüßung der Haftstrafe, am 24. Mai 1938, hielt ihn die Gestapo weiterhin in „Schutzhaft“. Sie verschleppten ihn vom 22. Juni 1938 bis zum 27. September 1939 ins KZ Dachau und anschließend in das österreichische KZ Mauthausen. Dort fiel er am 14. Januar 1942 den widrigen Haftbedingungen zum Opfer, wurde höchstwahrscheinlich sogar durch die NS-Schergen ermordet.

Häftlingskarte von Josef Feuerer aus dem KZ Dachau
Häftlingskarte von Josef Feuerer aus dem KZ Dachau

Quellen:

  • Siegfried Mielke/Stefan Heinz, Eisenbahngewerkschafter im NS-Staat. Verfolgung – Widerstand – Emigration (1933-1945)
  • Anklage 8 J 415/35g und Urteil 1 H 1/37, beide in Nationalsozialismus, Holocaust, Widerstand und Exil 1933-1945. Online-Datenbank. De Gruyter. 20.01.2019.
  • Bildquelle: Arolsen Archives, Signatur 01010607 072, DocID 10640668 (Josef FEUERER)