Dinde, André


Biografische Daten:

Name:Dinde, André Jean Pierre
Geboren:18. August 1921 in Hesdin/Pas de Calais (Frankreich)
Beruf:Hilfsarbeiter/Auszubildender bei der französischen Nordbahn
(zwangsverpflichteter) Rangierer in Braunschweig
Wohnort:zuletzt: Hesdin, bei seinen Eltern
Bahnbeginn:30. April 1937
Gewerkschaft:nicht bekannt
Funktion:keine bekannt
Partei:nicht bekannt
Funktion:keine bekannt
Widerstand:Zusammen mit französischen Kollegen zeigte er an seinem Einsatzort in Braunschweig offen seine antideutsche Haltung und beteiligte sich an Sabotageakten, wie falschem Rangieren, Herbeiführen von Zusammenstößen von Waggons, Weglassen von Hemmschuhen
Verfolgung:Am 11. Oktober 1943 mit dreizehn Gefährten nach der Denunziation durch einen französischen Zwangsarbeiter und einen Elsässer verhaftet; am 20. Juli 1944 durch das Kammergericht Berlin, das in Braunschweig tagte, wegen „Feindbegünstigung“ zum Tode verurteilt; Überführung in das Gefängnis Wolfenbüttel und von dort ins Zuchthaus Brandenburg-Görden
Gestorben:Das Urteil wurde am 13. September 1944 vollstreckt und André Dinde um 11:45 Uhr in Brandenburg-Görden via Guillotine ermordet.
weitere Infos:Eltern: Théophile Dinde (Buchhalter) und Maria Saint-Omer; zunächst Hilfsarbeiter im Bahnhof Hesdin, ab 1938 festangestellter Hilfsrangierer, ab 1942 Rangierer; Abordnung nach Braunschweig am 16.1.1943; Dindes Leichnam wurde eingeäschert, die Urne am 15. September 1944 auf dem Französischen Friedhof in Frohnau (Berlin) beigesetzt.

Gedenken:

Gedenktafel, die am Gebäude des Brandenburger Hauptbahnhofes an elf hingerichtete französische Eisenbahner erinnert
Gedenktafel, die am Gebäude des Brandenburger Hauptbahnhofes an elf hingerichtete französische Eisenbahner erinnert

Am 15. April 1957 wurde André Dinde mit der Auszeichnung „Mort pour la France“ (Gestorben für Frankreich) geehrt und ihm der Titel „Déporté résistant“ (Deportierter Widerstandskämpfer) verliehen.

Sein Name wurde auf der Gedenktafel verewigt, die am 19. Februar 2011 zur Erinnerung an die ermordeten Eisenbahner an der Fassade des Hauptbahnhofes von Brandenburg (Havel) angebracht wurde.

Dasselbe trifft auf eine ähnliche Tafel der SNCF zu, die am Bahnhof von Hesdin (Pas-de-Calais) an die ermordeten Eisenbahner erinnert.

Außerdem steht André Dindes Name auf dem Kriegsdenkmal, dass in seiner Heimatstadt an die Toten des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Quellen:

  • Widerstandskartei im Bundesarchiv
  • Le Maitron – Dictionnaire Biographique Mouvement Ouvrier Mouvement Social, notice DINDE André, Jean, Pierre par Jean-Louis Ponnavoy, version mise en ligne le 15 octobre 2018, dernière modification le 7 octobre 2024, online einsehbar
  • RAIL et MEMOIRE, Eintrag zu André Dinde, online einsehbar
  • Bildquelle: Eberhard Podzuweit