Erkennungsdienstliche Aufnahme von Michael Burgstaller, 1942

Burgstaller, Michael


Biografische Daten:

Erkennungsdienstliche Aufnahme von Michael Burgstaller, 1942
Erkennungsdienstliche Aufnahme von Michael Burgstaller, 1942
Name:Burgstaller, Michael
Geboren:26. September 1900 in Greifenburg, Kreis Spital-Drau (Österreich)
Berufe:landwirtschaftlicher Arbeiter; An-, später Oberheizer
Wohnort:zuletzt: Amstetten (Österreich)
Bahnbeginn:1. Dezember 1921
Gewerkschaft:seit 1921 „Freie Gewerkschaft Österreichs“
Funktion:keine bekannt
Partei:seit 1921 SPÖ
Funktion:aktives Mitglied der „Naturfreunde“ und des Arbeiter-Gesangsvereins Amstetten
ab 1927 Mitglied des „Republikanischen Schutzbundes“
Widerstand:begann spätestens Dezember 1940 mit dem Aufbau einer lokalen kommunistischen Widerstandsgruppe; widmete sich insbesondere der Solidarität mit den Familien verhafteter Geoss*innen, u. a. durch Spendensammlungen in den Betrieben; außerdem Abhören, Diskutieren und Verbreiten ausländischer Nachrichtensender
Verfolgung:Festnahme im Dezember 1942 durch die Gestapo; Anklage wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und Feindbegünstigung“; am 13. Mai 1943 vom „Volksgerichtshof“ zum Tode und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt
Gestorben:Michael Burgstaller wurde am 9. Juli 1943 um 19 Uhr in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee ermordet.

Gedenken:

Michael Burgstaller wurde in das Ehrenbuch der Opfer von Berlin-Plötzensee aufgenommen.

1965 stellte seine Heimatgemeinde Amstetten im Stadtpark einen Gedenkstein auf, der seitdem an fünf Personen erinnert, „die während der nationalsozialistischen Herrschaft von 1938 – 1945 ihr Leben für die Freiheit und Unabhängigkeit Österreichs gaben.“ Einer der dort Geehrten ist Michael Burgstaller.

Zuletzt enthüllte „kuland – Verein für Kultur und Informationsvielfalt“ im Jahr 2012 ein Erinnerungszeichen für von den Nationalsozialisten ermordete Personen aus dem oberen Drautal. Eine der mittlerweile 42 Personen, die in der Gedenkstätte aufgenommen sind, ist Michael Burgstaller.

Auszüge aus der Anklageschrift und dem Urteil gegen Michael Burgstaller:

Quellen:

  • Totenbuch der Opfer von Berlin-Plötzensee, Eintrag Michael Burgstaller, online einsehbar
  • Aus dem Gedächtnis in die Erinnerung. NS-Opfer im Oberen Drautal, Online-Denkmal, Eintrag zu Michael Burgstaller
  • Heinz Arnberger/Claudia Kuretsidis-Haider (Hrsg.), Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand, Verfolgung, Exil und Befreiung, Auszug zum Bezirk Amstetten, online einsehbar
  • Lamprecht, Gerald (Hrsg.), DERLA – Digitale Erinnerungslandschaft. Mit Grit Oelschlegel, Victoria Kumar, Sebastian David Schiller-Stoff et al. Graz: Centrum für Jüdische Studien, Universität Graz, Eintrag zur Gedenkstätte für die NS-Opfer im Oberen Drautal, online einsehbar
  • Alfred Gottwaldt, Eisenbahner gegen Hitler. Widerstand und Verfolgung bei der Reichsbahn 1933 – 1945
  • Bildquelle Porträtfoto: Bundesarchiv, R 3017/22916
  • Bilderquelle Urteil: BArch, R 3017/19927