Brügmann, Johnny


Biografische Daten

Name:Brügmann, Johann (Johnny)
Geboren:25. August 1884 in Hamburg
Berufe:Schlosser und Maurer
Wohnort:zuletzt: Hamburg, Hammerdeich 25a
Bahnbeginn:unbekannt
Gewerkschaft:ab 1906 DMV, später Mitglied des Deutschen Baugewerksbund, nach dem 1. Weltkrieg Mitglied des DEV / EdED
Funktion:seit 1. November 1920 (hauptamtlicher) Hauskassierer im DEV / EdED
Partei:SPD
Funktion:ab 1923 Mitglied des „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“
Widerstand:aktiv im Umfeld von Hans Jahn an dessen von der ITF unterstützten Widerstandsaktivitäten gegen den NS; laut Gestapo „an Bestrebungen [be]teil[igt], die zum Ziele hatten, die Organisation des Einheitsverbandes deutscher Eisenbahner wieder ins Leben zu rufen“; gehörte zu den ehemaligen Gewerkschaftsangestellten, die die DAF verklagten, dabei von Franz Apitzsch vertreten, der zusammen mit Lorenz Breunig eine Widerstandsgruppe ehemaliger EdED-Gewerkschafter anführte
Verfolgung:am 12. Mai 1933 im Zuge der Überführung der einstigen Gewerkschaften in die DAF zum 30. Juni 1933 wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ entlassen; am 9. Juli 1940 in Hamburg verhaftet und in Kiel vernommen; gestand illegale Arbeit und räumte unter anderem ein, sich mehrmals mit Hans Jahn im Zusammenhang mit dem illegalen Wiederaufbau des EdED getroffen sowie, sich mehrfach „staatsfeindlich“ geäußert zu haben; vom zweiten Strafsenat des Oberlandesgerichtes Hamm am 24. Oktober 1941 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt; Strafe bis zum 10. Januar 1943 verbüßt, anschließend „Schutzhaft“; am 15. Januar 1943 in das Polizeigefängnis Düsseldorf überführt, am 11. März 1943 ins KZ Dachau verschleppt, unter Häftlingsnummer 45004 registriert
Gestorben:Johnny Brügmann starb am 18. März 1944 im KZ Dachau – angeblich an einer Hirnthrombose. Nach anderen Berichten wurde er von Angehörigen der SS ermordet.

Gedenken:

Johann „Johnny“ Brügmann wurde auf der Gedenktafel verewigt, die die GdED am 9. Mai 1983 zur Ehrung während der NS-Zeit ermordeter Eisenbahngewerkschafter in ihrer Zentrale in Frankfurt (Main) einweihte.

Quellen:

  • Siegfried Mielke/Stefan Heinz, Eisenbahngewerkschafter im NS-Staat. Verfolgung – Widerstand – Emigration (1933-1945)
  • BArch, R 1501/10253, Reichsfeststellungsbehörde, Akte Johann Brügmann
  • Dieter Nelles, Widerstand und internationale Solidarität: Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) im Widerstand gegen den Nationalsozialismus