Portraitfoto von Lambert Horn, wie es im Zellenbau des KZ Sachsenhausen zu sehen ist

Horn, Lambert


Biografische Daten:

Name:Horn, Lambert Ludwig
Geboren:27. Dezember 1899 in Düsseldorf
Berufe:gelernter Schlosser
Matrose, Zugabfertiger, Redakteur, Politiker
Wohnorte:Düsseldorf und Berlin
zuletzt gemeldet in: Düsseldorf, Gerresheimer Straße 13, wobei die Gestapo die Schlägel Str. 5 angab
Bahnbeginn:1920
Gewerkschaft:GdE (christlich) ab 1920, wenig später Wechsel zum DEV / EdED, ca. ab 1929 RGO
Funktionen:1922–1924 Leiter der kommunistischen Fraktion der Ortsgruppe Düsseldorf des DEV, eine Zeitlang auch Ortsgruppenbevollmächtiger beim DEV
in der frühen RGO und bis 1930 für die regionale Betreuung der Eisenbahner zuständig
Partei:ab Ende 1920 KPD
Funktionen:von Dezember 1931 bis Mai 1932 Organisations-Leiter, anschließend bis April 1933 Politischer Sekretär der Bezirksleitung der KPD-Niederrhein
im April 1932 zum Mitglied des Landtages von Preußen und am 4. März 1933 im Wahlkreis 22, Düsseldorf Ost zum Mitglied des Reichstags gewählt
Widerstand:Teilnehmer der geheimen Tagung des Zentralkomitees der KPD am 7. Februar 1933 in Ziegenhals; wenig später Rückzug in den Untergrund; fortan unter den Decknamen „Erwin Klose“ und „Hans“ illegale Arbeit für die KPD, u. a. ab Mai 1933 politischer Sekretär der illegalen Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Lausitz-Grenzmark
gehörte im KZ Sachsenhausen zu den Mitorganisatoren des Widerstandes, u. a. an der Bildung einer illegalen Lagerleitung in beteiligt
Verfolgung:am 11. März 1933 erstes Festnahmeersuchen durch die Gestapo; Festnahme am 23. November 1933, Haft und Misshandlung im Gestapo-„Hausgefängnis“ in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße, anschließend Verschleppung in das berüchtigte KZ Columbiahaus; Untersuchungshaft ab 11.12.1933, Anklageschrift vom 24.9.1934; am 29. November 1934 vom Ersten Senat des „Volksgerichtshofes“ wegen „Vorbereitung zum Hochverrat und schwerer Urkundenfälschung“ zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt; 19. Dezember 1934 bis 26./27. November 1936 Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen, nach Haftende Überführung ins Polizeigefängnis Düsseldorf und am 15. Dezember 1936 von dort Deportation ins KZ Sachsenhausen, registriert als Häftling Nummer 263; im KZ aufgrund seiner illegalen Aktivitäten u. a. Isolierung im Zellenbau des Lagers; am 19. Mai 1938 auf Anweisung der Politischen Abteilung zu Verhören ins Polizeigefängnis nach Düsseldorf überführt, Rückkehr ins Konzentrationslager am 27. April 1939 als „Schutzhäftling“ Nr. 33 in den Block 27
Gestorben:Lambert Horn starb am 2. Juni 1939 im Krankenbau des KZ Sachsenhausen. Im Lagerjournal ist als Todesursache „Blutvergiftung (Pyämie)“ vermerkt.
Weitere Infos Vater Ludwig Horn war Eisenbahnsekretär; Mutter Anna Horn, geb. Schumacher; zweifach verheiratet: 1. Elisabeth Horn, geb. Cremer (starb 3.9.1924); 2. Tekla Horn, geb. Hofmann; Tochter Tanja Renate Horn, geb. 27.6.1931 in Düsseldorf; meldete sich im Frühjahr 1915 freiwillig zur Marine; kam 1920 vom Kreuzer „Karlsruhe“ zum Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf; 1923 Teilnahme am Kampf gegen die Ruhrbesetzung; wurde Anfang des Jahres 1925 „wegen seiner Agitation gegen das sogenannte ‚Akkordsystem‘ […] aus dem Eisenbahndienst fristlos entlassen“; arbeitete ab Mitte 1925 als Berichterstatter, anschließend Redakteur der „Freiheit“ in Düsseldorf

Gedenken:

Seit 1992 befinden sich vor dem ehemaligen Reichstagsgebäude in Berlin 96 Gedenktafeln für vom Naziregime ermordete Reichstagsabgeordnete. Eine dieser Tafeln ist Lambert Horn gewidmet.

Darüber hinaus ist sein Name auf der „Ehrentafel“ verewigt, die die GdED am 9. Mai 1983 im Gedenken an während der NS-Zeit ermordete Eisenbahngewerkschafter in ihrer damaligen Zentrale in Frankfurt (Main) einweihte.

Gedenktafel für Lambert Horn vor dem Reichstag in Berlin
Gedenktafel für Lambert Horn vor dem Reichstag in Berlin

Quellen:

  • Siegfried Mielke/Stefan Heinz, Eisenbahngewerkschafter im NS-Staat. Verfolgung – Widerstand – Emigration (1933-1945)
  • Carmen Stange, Horn, Lambert (1899-1939), in: Mielke, Gewerkschafter in den KZ Oranienburg und Sachsenhausen, Bd. 1
  • Eberhard Podzuweit, Widerstand von Eisenbahngewerkschaftern in Mittel- und Ostdeutschland
  • Bildquellen: wikipedia.de, Autor: Denis Apel, CC BY-SA 3.0 (Porträt), Arolsen Archives, Signatur 10010439 05, DOcID 4120079 (Setrbeurkunde) und Thomas Walter (Gedenktafel)