Gruber, Georg


Biografische Daten:

Name:Gruber, Georg
Geboren:16. Januar 1915 in Kufstein
Berufe:Schriftsetzer; Fahrdienstleiter
Wohnort:zuletzt: Kufstein, Weidach 9 (Österreich)
Bahnbeginn:nicht bekannt
Gewerkschaft:nicht bekannt
Funktion:keine bekannt
Partei:SAJ und KPÖ
Funktion:Kassierer der Sozialdemokratischen Arbeiterjugend (SAJ)
Widerstand:ab Mitte Juni 1941 Mitarbeit in einer Kufsteiner Zelle der Berliner Widerstandsgruppe um Robert Uhrig; Beteiligung an illegalen Organisierungsbestrebungen, Teilnahme an konspirativen Treffen und Beitragssammlung; später gemeinsam mit Adalbert Horejs Anführer der illegalen Gruppe bis April 1942
Verfolgung:am 25. Juni 1942 Festnahme zusammen mit vier weiteren Mitgliedern der kommunistischen Zelle aus Kufstein
8. Januar bis 23. September 1943 im KZ Dachau „Schutzhäftling“ mit der Nummer 41808, anschließend Untersuchungshaft im Gefängnis München-Stadelheim
am 13. April 1944 vom „Volksgerichtshof“ wegen des illegalen Aufbaus „kommunistischer Zellen“ zum Tode verurteilt
Gestorben:Das Urteil wurde am 30. Juni 1944 vollstreckt und Georg Gruber in München Stadelheim hingerichtet.

Gedenken:

Auf dem Eduard-Wallnöfer-Platz vor dem Landhaus in Innsbruck steht ein Befreiungsdenkmal, das im Jahr 1948 infolge einer Initiative der französischen Besatzungsmacht errichtet wurde. Auf dem Denkmal sind die Namen derer verewigt, die für die „…Befreiung Österreichs aus siebenjähriger Unfreiheit (1938-1945) ihr Leben geopfert haben.“ Unter den dort Geehrten befindet sich auch der Name Georg Grubers.

Biographie:

Häftlingskarte Georg Grubers aus dem KZ Dachau
Häftlingskarte Georg Grubers aus dem KZ Dachau

Bereits im Alter von 14 Jahren organisierte sich Georg Gruber in der SAJ und übernahm dort die Funktion eines Kassierers. Später schloss er sich der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) an.

Mitte Juni 1941 warb ihn Anton Rausch, mit dem er schon seit 1935 bekannt war, für die Mitarbeit in der Berliner Widerstandsgruppe um „Robert Uhrig“ an. Fortan führte er zusammen mit Adalbert Horejs die illegale Kufsteiner Gruppe der Organisation an. In diesem Zusammenhang beteiligte sich Gruber an illegalen Organisierungsbestrebungen, nahm an konspirativen Treffen teil und sammelte Beiträge zum Erhalt der illegalen Organisation. Folgt man den nationalsozialistischen Ermittlungsergebnissen, stellten die beiden Funktionäre ihre illegalen Tätigkeiten jedoch im April 1942 wieder ein. Weiteres dazu kann dem Urteilsspruch der NS-Richter entnommen werden:

„Nach diesem festgestellten Sachverhalt haben sich die Angeklagten Rausch, Adele Stürzl, Gruber, Horejs und Obernauer in führender Stellung und gefährlicher Weise für die kommunistische Partei und die ihnen eingestandenermaßen bekannten Ziele betätigt. Daran kann bei Gruber seine Verteidigung nichts ändern, daß er nur verhindern wollte, daß im Falle einer Niederlage des Reichs eine klerikale Regierung zur Macht käme. Diese Einlassung ist übrigens eine Ausflucht. Als Kommunist war Gruber sowohl gegen das nationalsozialistische Regime als auch gegen klerikale Bestrebungen eingestellt. Seine Betätigung galt der Bekämpfung beider.“ (VGH-Urteil, Bl. 3–17)

Der 28-jährige Kufsteiner wurde zum Tod verurteilt.

Mein Freund Hans Vogl und ich verbringen gemeinsam unsere letzten Stunden. Ihr könnt mir glauben, der Tod schreckt uns nicht, ich sterbe nicht schwer. Tausende sterben heute, die nicht wissen, warum – wir sterben wenigstens für unsere Überzeugung.

Abschiedsbrief von Georg Gruber

Quellen:

  • Urteil des Volksgerichtshofes 6H 28/44 – 10(9)J 819/43g gegen Anton Rausch und andere, 13. 4. 1944, in: Nationalsozialismus, Holocaust, Widerstand und Exil 1933–1945, Online-Datenbank
  • Zeugen des Widerstandes, S. 37f.