Endraß, Fridolin


Biografische Daten:

Name:Endraß, Fridolin (auch: Endrass, Friedolin)
Geboren:5. März 1893 in Mariabrunn, Kreis Eriskirch (bei Friedrichshafen)
Berufe:Schlosser, Vorarbeiter im RAW Friedrichshafen
Wohnort:zuletzt: Friedrichshafen, Ernst-Lehmann-Straße 4
Bahnbeginn:nicht bekannt
Gewerkschaft:ab 1919 DEV / EdED
Funktionen:1925–1930 Unterkassierer des EdED in Friedrichshafen
1929–1931 Schriftführer des EdED in Friedrichshafen
1931–1933 Bevollmächtigter bzw. Erster Vorsitzender des EdED in Friedrichshafen
Partei:parteilos, SPD-Sympathisant
Funktion:keine bekannt
Widerstand:äußerst aktive Mitarbeit in der ITF-gestützten EdED-Widerstandsgruppe um Karl Molt, u. a. Entgegennahme und Weiterverbreitung illegaler Schriften sowie Weiterleitung militärischer Informationen an Molt und die ITF; siehe auch die Urteilsbegründung unten
Verfolgung:Festnahme am 21. Juli 1938; Untersuchungshaft teilweise im KZ Welzheim; am 25. November 1939 vom „Volksgerichtshof“ wegen „Landesverrats in Tateinheit mit Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt
Gestorben:Am 23. Februar 1940 wurde das Urteil vollstreckt und Fridolin Endraß in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee ermordet.
weitere Infos:mit Johanna Randa verheiratet; unterstützte ihn bei der illegalen Arbeit; am 24. Juli 1938 ebenfalls festgenommen, allerdings wenig später wieder freigelassen; erhielt am 24. Februar 1940, einen Tag nach der Ermordung ihres Ehemannes, aus dem Gefängnis Berlin-Plötzensee folgendes Schreiben: „Heute hat Ihr Ehemann der Gerechtigkeit Genüge geleistet. Falls Sie die Bestattung, die laut Gesetz einfach ohne Feier zu erfolgen hat, auf eigene Kosten bewirken wollen, müssen Sie dies heute telegraphisch mitteilen und die Bestattung in Berlin unverzüglich selbst einleiten […].“

Urteilsbegründung seines Hochverratsverfahrens Fridolin Endraß

Gedenken:

Fridolin Endraß wurde auf der Ehrentafel verewigt, die die GdED am 9. Mai 1983 im Gedenken an während der NS-Zeit ermordete Eisenbahngewerkschafter in ihrer Zentrale in Frankfurt (Main) einweihte.

An seinem ehemaligen Wohnhaus befindet sich eine Gedenktafel mit der folgenden Inschrift:

„Hier wohnte der Widerstandskämpfer Fridolin Endraß, geboren am 5.3.1893 in Mariabrunn. Er arbeitete und wirkte in Friedrichshafen als Eisenbahner und Gewerkschafter. Fridolin Endraß baute ab 1937 unter süddeutschen Eisenbahnern eine Widerstandsgruppe gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime auf. Er wurde 1938 von den Nazis verhaftet, 1939 zum Tode verurteilt und am 23.2.1940 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.“

Darüber hinaus benannte seine Heimatstadt Friedrichshafen einen Platz nach ihm und ließ auf demselben eine Bodenplatte mit nachfolgender Inschrift ein:

„Den Opfern des Nationalsozialismus, Einheimischen und Fremden aus vielen Ländern Europas.Ihr Leid verpflichtet uns zu Wachsamkeit für Menschenrechte und Menschenwürde.“

Blick auf den Fridolin-Endraß-Platz an der Ernst-Lehmann-Straße / Hofener Straße.
Keine leichte Kost: Blick auf den Fridolin-Endraß-Platz an der Ernst-Lehmann-Straße / Hofener Straße. Er wurde vom Überlinger Professor Klaus Schultze künstlerisch gestaltet und 1998 eingeweiht.

Quellen:

  • Siegfried Mielke/Stefan Heinz, Eisenbahngewerkschafter im NS-Staat. Verfolgung – Widerstand – Emigration (1933-1945)
  • Studentenwerk Weiße Rose e. V. (Hrsg.): DENKStättenkuratorium NS-Dokumentation Oberschwaben, https://www.dsk-nsdoku-oberschwaben.de/de/menschen.html, 12.02.2019