Porträtfoto von Paul Redlich um 1930

Redlich, Adolf Paul


Biografische Daten:

Porträtfoto von Paul Redlich um 1930
Porträtfoto von Paul Redlich um 1930
Name:Redlich, Adolf Paul
Geboren:17.Januar 1893 in Braunschweig
Berufe:gelernter Maler (Berufsaufgabe wegen Krankheit), Angestellter
Wohnorte:Braunschweig, Brandenburg (Havel)
31.3.1932 von Kaiser-Friedrich-Str. 40 (Brandenburg) nach Berlin-Lichtenberg, Hauptstr. 71
Berlin-Rummelsburg, Augusta Str. 22 (R 58/2159)
Berlin-Charlottenburg 2, Knesebeckstraße 18 (letzter Wohnort lt. Angabe von Frau)
Bahnbeginn:nicht bekannt
Gewerkschaft:DEV, RGO, EVLF
Funktionen:vermutlich Anfang der 1920er Jahre Betriebsrat am Hauptbahnhof in Brandenburg (Havel)
1922 Delegierter des Bezirkes Magdeburg (OG Brandenburg (Havel)) zur Generalversammlung des DEV
ab 1931 Gauleiter des kommunistischen EVLF (Einheitsverband der Land- und Forstarbeiter) für den Bezirk Brandenburg
ab 1931 zeitweise auch Mitglied der Reichsleitung der RGO-Industriegruppe der Land- und Forstarbeiter
Partei:KPD (ab 1920)
Funktionen:1924–1932 Stadtverordneter in Brandenburg (Havel), zeitweise 2. Vorsitzender derselben
1925–1929 Mitglied des Provinziallandtages in Brandenburg
1927–1929 unbesoldeter Stadtrat in Brandenburg (Havel)
1930–1933 Mitglied des Reichstages
zeitweise Polleiter des UB Brandenburg der KPD
Widerstand:zu den Märzwahlen 1933 noch als Kandidat für den Preußischen Landtag sowie den Reichstag aufgestellt, in beide Parlamente gewählt
Verfolgung:bereits am 26. Februar 1933 in „Schutzhaft“; spätestens ab Oktober desselben Jahres bis zum 25. Januar 1934 im KZ Sonnenburg inhaftiert, nach der Haftentlassung durch die Gestapo überwacht
am 22. Februar 1937 in die Gestapo-Kartei Brandenburg (Havel) aufgenommen; 1939 – vermutlich bei Kriegsbeginn – erneute 14tägige Haft
Gestorben:Paul Redlich starb am 3. März 1944 in einem Krankenhaus in Brandenburg (Havel) an den Folgen der in der Haft erlittenen Schäden (Tuberkulose und Magenleiden).
weitere Infos:war verheiratet mit Auguste Redlich, Tochter Gertrud Wipfler, geb. Redlich; Besuch der Volksschule in Braunschweig; Malerlehre 1907 bis 1911 in Holzminden; Teilnahme am Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 als Sanitäter; seine Ehefrau wurde nach 1945 in der DDR als „OdF-Hinterbliebene“ anerkannt

Gedenken:

Eine der 96 Steinplatten, die im Gedenken an die von den Nazis ermordeten Reichstagsabgeordneten vor dem Reichstagsgebäude in Berlin aufgestellt wurtden, ist Paul Redlich gewidmet.


Quellen:

  • Siegfried Mielke / Stefan Heinz: „Eisenbahngewerkschafter im NS-Staat. Verfolgung, Widerstand, Emigration 1933-1945“
  • BArch, R 58/3256, Bl. 236 und R 58/2159, Bl. 53, Akten des Reichssicherheitshauptamtes
  • LAB, C Rep. 118-01, Akte 7256, Paul Redlich
  • Reichstagshandbuch 1932, S. 346, zugleich Bildquelle Porträtfoto (CC BY-NC-SA 4.0), online in der Digitalen Bibliothek des Münchner Digitalisierungszentrums abrufbar
  • Bildquelle Gedenktafeln: Fotograf Thomas Walter